Zusammenfassung
TCRH Mosbach: Interdisziplinäres Trainings-, Einsatz- und Sicherheits-Kompetenzzentrum
Das Training-Center Retten und Helfen (TCRH) in Mosbach feiert im Jahr 2026 ein Jubiläum und damit 10 Jahre Kompetenz in Sicherheit.
Das 2016 gegründete TCRH Training Center Retten und Helfen in Mosbach steht für realitätsnahe Ausbildung, Fortbildung, Übung, Forschung und einsatznahes Training im Bevölkerungsschutz, in der Katastrophenvorsorge, im Zivilschutz sowie in Themenfeldern der inneren und äußeren Sicherheit. Aus einem strategischen Infrastrukturprojekt des BRH Bundesverband Rettungshunde e. V. (BRH) hat sich ein interdisziplinäres Trainings-, Einsatz- und Sicherheits-Kompetenzzentrum entwickelt.
Auf einer Kernfläche von 11 Hektar und einer Gesamtfläche von 27 Hektar werden heute jährlich rund 18.000 Personentage für Ausbildung, Training und Übung überwiegend für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben durchgeführt. Mit aktuell 120 Übernachtungsplätzen, Gastronomie, Übungsobjekten und -Szenarien sowie einem 24/7/365-Betrieb bietet das TCRH Rahmenbedingungen, die wiederholbares, planbares und realitätsnahes Training ermöglichen.
Dieser Rückblick ist deshalb mehr als eine Chronik. Er zeigt, wie aus der Spezialkompetenz der Rettungshundearbeit eine Plattform entstanden ist, die heute unterschiedliche Akteure, Fachdienste und Sicherheitsaufgaben zusammenführt.
Langfristig denken, um die Zukunft zu sichern
Die Gründung des TCRH ist nicht als Einzelereignis, sondern als mehrstufiger Prozess der Institutionalisierung zu verstehen.
Entwicklung der biologischen Ortung in Deutschland
Ausgangspunkt war die Rettungshundearbeit des BRH, deren Geschichte bis in die Nachkriegszeit zurückreicht. 1976 wurde der Verband in Baden-Württemberg als „Verband für das Rettungshundewesen Baden-Württemberg e. V.” gegründet.
Die Geschichte des TCRH ist eng mit der Entwicklung des deutschen Rettungshundewesens verbunden. Der Bundesluftschutzverband erhielt im Jahr 1954 vom Bundesminister des Innern den Auftrag, Rettungshunde für die Trümmersuche auszubilden, da nach dem Zweiten Weltkrieg ein hohes Verwendungspotenzial gesehen wurde. In den 1960er-Jahren wurde diese Ausbildung vom Bundesverband für den Selbstschutz fortgeführt. Später bevorzugten die Bundesbehörden jedoch elektronische Ortungsgeräte, sodass die staatliche Rettungshundeausbildung aus finanziellen Gründen eingestellt wurde.
Aus dieser Lücke heraus organisierten sich Hundeführer privat, um die Rettungshundearbeit weiterzuführen. So wurde 1976 in Baden-Württemberg der „Verband für das Rettungshundewesen Baden-Württemberg e. V.” gegründet, aus dem sich später der „Bundesverband Rettungshunde e. V.” entwickelte. Der BRH ist heute die weltweit größte Organisation, die Rettungshunde einsetzt. Er hat über 90 Staffeln, mehr als 2.380 Einsatzkräfte, 1.376 Hunde in Ausbildung und 851 geprüfte, einsatzfähige Hunde sowie mehr als 151.000 Fördermitglieder.
Herausforderungen der Rettungshundearbeit
Für die spätere TCRH-Gründung ist besonders relevant, dass sich die Anforderungen an die Rettungshundearbeit über viele Jahre hinweg fachlich ausdifferenziert haben. Daraus folgt eine klare infrastrukturelle Konsequenz:
Rettungshundearbeit benötigt nicht nur einzelne Trainingsflächen, sondern wiederholbar nutzbare, realitätsnahe und komplexe Einsatzumgebungen.
Zukunftsfähigkeit durch mutige Beschlüsse
Im Jahr 2011 beschlossen Präsidium und Vorstand des BRH als weltweit größter Fachdienst auf Basis einer „Quo-Vadis“-Kommission wichtige Entwicklungsschritte für die eigene Arbeit in den Bereichen Rettungshunde und Katastrophenschutz. Zielsetzung war es, den BRH als Bundesverband und seine angeschlossenen BRH-Staffeln zukunftssicher aufzustellen.
Zu diesem Zweck waren folgende Maßnahmen vorgesehen:
- Erweiterung bestehender sowie die Etablierung weiterer Ausbildungs- und Trainingseinrichtungen in Deutschland,
- Intensivierung von first-response- und capacity-building-Maßnahmen im Ausland,
- Bereitstellung von Material, Personal und Taktik aus dem Auslandsbereich für inländische Großschadenslagen,
- Gründung von Tochtergesellschaften,
- Langfristige und unabhängige Ausrichtung wichtiger Maßnahmen.
Ausbildungs- und Trainings-Zentren als wichtige Bausteine
Insbesondere die Schaffung von Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten für die vielen ehrenamtlichen Einsatzkräfte des BRH stand im Vordergrund. Es sollten Orte entstehen, an denen Mensch und Hund zusammengeführt werden können, um einen Austausch zu gewährleisten und vor allem eine verbandsweite Mindestqualität in Ausbildung, Training und Prüfungen zu ermöglichen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Schonung ehrenamtlicher Ressourcen, denn Zeit und Geld sind in der Regel knapp. Deshalb stand eine bundesweite Verteilung von Ausbildungs- und Übungszentren mit planbaren Szenarien im Vordergrund.
Das TCRH in Mosbach deckt somit den strategischen Bedarf des BRH an einer dauerhaften, realitätsnahen und investitionssicheren Ausbildungsinfrastruktur für Rettungshunde, Rettungshundeeinheiten und weitere Einsatzkräfte.
Das TCRH sollte somit die operative Leistungsfähigkeit des BRH und seiner Partner auf eine dauerhafte infrastrukturelle Grundlage stellen.
R+H: Retten und Helfen
Die „Quo Vadis“-Kommission hat ein weiteres qualitatives Merkmal herausgearbeitet. Der BRH ist im Ausland als First Responder oft sehr schnell an der Einsatzstelle. Er kann dabei nicht nur eine biologische Ortung durchführen, sondern auch das „Retten und Helfen“ durch weitere Maßnahmen verbessern. Dieses „Retten und Helfen“ spiegelt sich auch in der BRH-Satzung wider. Dort ist schon seit Jahrzehnten als globales Ziel definiert: „Zweck des BRH ist, überall dort zu helfen, wo durch den Einsatz seiner Mittel Leben und Gesundheit von Mitmenschen im In- und Ausland erhalten, geschont oder geschützt werden können.“
Der Markenkern des BRH ist und bleibt die biologische Ortung. Für die Umsetzung der Satzungsziele wird jedoch noch mehr getan. Dies bringt der BRH seit vielen Jahren durch Innovationen und Weiterentwicklungen zum Ausdruck. „Retten und Helfen“ steht dabei immer als Leitlinie voran. Daher finden sich die symbolisierenden Buchstaben „R” und „H” auch in BRH, TCRH und GRH.
Trainingsmöglichkeiten für die Südschiene
Die bestehenden Liegenschaften des BRH in Hünxe (Nordrhein-Westfalen) und Malchin (Mecklenburg-Vorpommern) deckten global betrachtet größere Bereiche von Mittel-, Nord- und Ostdeutschland ab. Im Rahmen der Quo-vadis-Planungen rückte daher der Wunsch nach einer Liegenschaft für die sogenannten Südschienen-Länder Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland in den Fokus. Den dort ansässigen Einsatzkräften sollte ein planbarer und ressourcenschonender Zugang zu zentraler Ausbildung und Training ermöglicht werden.
Dies sollte durch geschlossene, anwohnerunabhängige, variable Trümmer- und Szenarienflächen ermöglicht werden, die die bestehenden Angebote von Landesfeuerwehrschulen oder Bundesschulen des THW ergänzen.
Der BRH engagiert sich seit 2016 in der ehemaligen Neckartal-Kaserne.
Im Jahr 2011 nahm der BRH mit Unterstützung der Polizei Baden-Württemberg Kontakt zum Staatsministerium Baden-Württemberg auf. Aufgrund der dortigen positiven Resonanz wurde 2015 seitens des Staatsministeriums auf die bevorstehende Konversion der Neckartal-Kaserne hingewiesen, die 2011 außer Dienst gestellt wurde und von den Bundesimmobilien an ein Entsorgungsunternehmen verkauft werden sollte.
Die Idee, dass der BRH mit einem Ausbildungs- und Trainingszentrum Teil dieser Geländekonversion wird, wurde im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsverfahrens sowie von den dann entscheidungsbefugten kommunalen Gremien stark begrüßt. Im Jahr 2016 war es schließlich so weit: Der BRH wurde Mieter bei der Firma INAST und gründete das TCRH Training Center Retten und Helfen.
Eine geniale Symbiose: BOS-Einheiten können auch zerstörend üben – sowohl die Bereitstellung als auch die Entsorgung von Material ist in der Zusammenarbeit mit einem Profi für Entsorgung ressourcensparend. Dadurch werden Ausbildung und Training für alle Nutzer günstiger.
Gründung des TCRH als GmbH
In einem nächsten Schritt wurde das TCRH Training Center 2016 in Mosbach (Baden-Württemberg) in Form einer GmbH etabliert, deren Alleingesellschafter bis zum 14. Januar 2026 der BRH Bundesverband Rettungshunde e. V. war. Um eine noch langfristigere Ausrichtung zu ermöglichen, trat danach die Stiftung Retten und Helfen des BRH Bundesverband Rettungshunde an die Stelle des bisherigen Gesellschafters.
Mit der parallelen Gründung der Global Rescue & Help gGmbH des BRH wurden im Jubiläumsjahr 2026 alle wesentlichen Zielsetzungen der Quo-Vadis-Kommission aus dem Jahr 2011 final umgesetzt:
- Aufbau von Trainingscentern;
- Aufbau einer Geschäftsstelle;
- Verhauptamtlichung von Aufgaben im BRH und der Tochtergesellschaft(en);
- Neue Satzung und Struktur des BRH und
- Aufbau sowie Ausbau der BRH-Gruppe, bestehend aus BRH, TCRH, Stiftung Retten und Helfen des BRH Bundesverband Rettungshunde und der Global Rescue & HelpgGmbH (GRH).
Ein guter Grund, das 50jährige Jubiläum des BRH und das 10jährige Jubiläum des TCRH im Jahr 2026 angemessen zu feiern.
Von Spezialkompetenz zu Systemkompetenz
Der Ursprung des TCRH liegt in der Rettungshundearbeit. Zunächst entstand der Bedarf nach dauerhaften, realitätsnahen und wiederholbar nutzbaren Trainingsmöglichkeiten für die biologische Ortung, die Trümmersuche, die Flächensuche und die Einsatzvorbereitung.
Mit der Zeit wurde jedoch deutlich, dass moderne Einsatzlagen selten nur einen Fachdienst betreffen. Vielmehr müssen Rettungshundearbeit, technische Ortung, Drohnen, medizinische Versorgung, Einsatzleitung, Stabsarbeit, Veterinärverwaltung, Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Unternehmen, Forschung und Verwaltung in vielen Lagen zusammenwirken.
Aus dieser Entwicklung heraus wurde das TCRH zu viel mehr als nur einem Trainingsgelände. Es wurde zu einer Plattform, auf der Spezialkompetenzen zusammengeführt und in größere Einsatzsysteme integriert werden können.
Themenvielfalt der BOS-Welt: Kontinuität im Wandel
Geopolitische Veränderungen, die Auswirkungen des Klimawandels sowie soziologische und wirtschaftliche Herausforderungen stellen höhere und komplexere Anforderungen an eine sich ständig wandelnde Sicherheits- und Krisenlandschaft. Großschadenslagen, Terrorlagen, Amoklagen, Pandemien, Tierseuchen, hybride Risiken, internationale Hilfeleistung und technische Ortung erfordern ein gemeinsames Training über Organisationsgrenzen hinweg.
Genau auf diese Schnittstellen ist das TCRH ausgerichtet. Hier treffen beispielhaft Rettungshundearbeit und Polizei, Katastrophenschutz und Veterinärverwaltung, Drohnen und Lagebild, Ehrenamt und Hauptamt sowie nationale Einheiten und internationale Teams aufeinander.
Für die Einsatzkräfte spielen dabei folgende Faktoren eine wichtige Rolle:
- Organisationen und Fachdienste sind in der interdisziplinären Zusammenarbeit gefordert,
- haupt- und ehrenamtlich tätige Einsatzkräfte müssen stärker zusammengeführt werden und
- die Bereiche Bevölkerungsschutz, Katastrophenvorsorge, Zivilschutz, humanitäre Hilfe, innere und äußere Sicherheit müssen im Zusammenhang betrachtet werden.
- Themen der Resilienz müssen mittel- bis langfristig gestärkt werden.
Hierfür bietet das TCRH Fachpraktikern insbesondere einsatznahe Lösungen. Damit liefert es eine Antwort auf ein strukturelles Ausbildungs- und Trainingsproblem: Einsatzkräfte, Führungspersonal und Technik benötigen Orte, an denen sich die komplexe Einsatzrealität unter kontrollierbaren Bedingungen wiederholt trainieren lässt.
Kompetenzfelder des TCRH
Heute verbindet das TCRH mehrere Kompetenzfelder, die für aktuelle und künftige Sicherheitslagen relevant sind:
- Biologische Ortung: Ausbildung, Training, Prüfung und Einsatzkonzepte für Rettungshunde, Diensthunde, Suchhunde und spezialisierte Suchteams.
- Technische Ortung: Einsatz und Erprobung von Kameras, Sensorik, Geophonen, Bioradar, Drohnen, Wärmebildtechnik und weiteren technischen Ortungsmitteln.
- Medizinische Ausbildung: Erste Hilfe, Sanitätsdienst, rettungsdienstliche Weiterbildung, taktische Medizin und medizinische Ausbildung für Einsatzkontexte.
- Stabsarbeit und Führung: Übungen für administrativ-organisatorische Stäbe, Technische Einsatzleitungen, Krisenstäbe, Lageführung und Entscheidungsprozesse.
- Zivilschutz und Katastrophenvorsorge: Ausbildung und Training für Szenarien, in denen Schutz der Bevölkerung, Selbstschutz, Versorgungssicherheit und Krisenmanagement im Vordergrund stehen.
- Zivil-Militärische Zusammenarbeit: Vorbereitung und Übung von Schnittstellen zwischen zivilen Behörden, BOS, Hilfsorganisationen, KRITIS-Betreibern und militärischen Strukturen.
- Forschung und Entwicklung: Erprobung neuer Verfahren, Produkte, Sensorik, Ausbildungsmethoden und digitaler Unterstützungssysteme unter realistischen Bedingungen.
Projektbeispiele:
Zentrales Trainingszentrum der Polizei Baden-Württemberg
Das TCRH stellt die Infrastruktur und Dienstleistungen für das Zentrale Trainingszentrum (ZTZ) der Polizei Baden-Württemberg bereit. Dazu gehören mehrere Häuser, Trainingshallen sowie eine große urbane Simulation (Container-Stadt) mit rund 23.000 m² Übungsfläche. Hier werden Polizeibeamte in Ausbildung, Angehörige des Wach- und Wechseldienstes sowie weitere Einheiten in lebensbedrohlichen Einsatzlagen (lebEl) trainiert.
Medizinische Ausbildung
Von Anfang an waren Ausbildung und Training im medizinischen Bereich wichtige Betätigungsfelder des TCRH. Das Angebot reicht von verschiedenen Erste-Hilfe-Programmen über die Ausbildung betrieblicher Ersthelfer und Betriebs- und Einsatzsanitäter bis hin zu Spritzen- und Injektionskursen für medizinisches Personal. Darüber hinaus bietet das TCRH Weiterbildungen für Rettungssanitäter, Notfallassistenten und Notärzte, Ausbildungen in taktischer Medizin sowie Ausbildungen für EH-Ausbilder an. Damit leistet das TCRH heute einen wichtigen Beitrag zum Zivilschutz.
Ein ärztlicher Direktor, eine pädagogische Leitung sowie ein Team hochqualifizierter Ausbilder und Trainer garantieren eine Ausbildung, die den Vorgaben der DGUV und der Berufsgenossenschaft entspricht. Aus diesem Team heraus wurden zahlreiche digitale und analoge Formate für die medizinischen Ausbildungen und Trainings entwickelt.
Forschung und Entwicklung
Das TCRH bietet in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Anwendung alle Möglichkeiten, um Produkte und Dienstleistungen für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) unter realistischen Bedingungen zu planen, zu entwickeln und vor allem zu testen. Das TCRH bietet Forschungs- und Testgruppen von Hochschulen sowie F+E-Abteilungen von Unternehmen einen Komplettservice zur Umsetzung von Mess- und Testkampagnen.
Darüber hinaus ist das TCRH eine Austauschplattform für interdisziplinäre Gruppen, die Tools zur Unterstützung der Arbeit von Stäben und Einsatzleitungen erforschen und entwickeln. Produkttests können mit erfahrenen Anwendern und in realistischen Einsatzszenarien durchgeführt werden. Fachkräfte für Vertrieb, Schulungen oder Service sowie Endanwender können die Handhabung von Hard- und Software unter realistischen Bedingungen trainieren.
Tierseuchenbekämpfung
Ein gutes Umsetzungsbeispiel für das Zusammenführen von Themen durch das TCRH ist das langfristig ausgelegte Ausbildungsprogramm für Einsatzteams zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Hierbei wurden die Strukturen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), das Know-how des BRH Bundesverbandes Rettungshunde e. V. und des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV) e. V. sowie Ausbildungs- und Trainingsressourcen auf sinnvolle Weise zusammengeführt.
Dabei wird Hundearbeit, auch biologische Ortung genannt, aus dem Rettungshunde- und dem Jagdgebrauchshundwesen mit dem Einsatzwesen aus dem Blaulichtbereich zu einem effektiven Einsatzmittel zusammengeführt.
So konnten den behördlichen Auftraggebern beim Ausbruch der ASP in Hessen und Baden-Württemberg im Jahr 2024 ausreichend Einsatzkapazitäten zur Verfügung gestellt werden, um den bisher größten zusammenhängenden Einsatz biologischer und technischer Ortung in einer operativen Dienstleisterrolle für Behörden abzuwickeln.
Charakter des TCRH: Zivile Plattform in einer veränderten Sicherheitsarchitektur
Das TCRH ist zivil getragen und dient als Ausbildungs-, Trainings-, Forschungs- und Übungsplattform. Es unterstützt Akteure dabei, ihre jeweiligen Aufgaben besser wahrzunehmen, ersetzt jedoch keine hoheitlichen Zuständigkeiten.
Diese klare Rollenbeschreibung ist besonders wichtig bei Themen wie zivil-militärischer Zusammenarbeit (ZMZ), Zivilschutz und Gesamtverteidigung. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beschreibt ZMZ im nationalen Bereich als Netzwerk ziviler und militärischer Stellen, das von Amtshilfe bei Katastrophen bis zur Zusammenarbeit im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung reicht.
Das TCRH kann hierfür einen neutralen Raum bieten, in dem Schnittstellen, Meldewege, Stabsarbeit, Lagebilder und gemeinsame Übungsszenarien vorbereitet und trainiert werden.
Sicherheit braucht realistische Vorbereitung
Die Anforderungen an den Bevölkerungsschutz, die Katastrophenvorsorge und den Zivilschutz haben sich grundlegend verändert. Naturereignisse, Großschadenslagen, Pandemien, Tierseuchen, CBRN-Gefahren, Ausfälle kritischer Infrastrukturen, Terror- und Amoklagen, hybride Bedrohungen, Cyberangriffe, Sabotageakte und Desinformationen zeigen, dass Sicherheit nicht allein durch Konzepte entsteht.
In der deutschen Resilienzstrategie wird Katastrophenvorsorge als umfassender Risiko- und Krisenmanagementzyklus aus Prävention, Vorsorge, Bewältigung und Nachbereitung beschrieben. Bei hybriden Bedrohungen verweist das Bundesministerium der Verteidigung auf die Notwendigkeit integrierter Sicherheit, also das Zusammenwirken relevanter ziviler, militärischer und polizeilicher Akteure.
Genau hier liegt die Stärke des TCRH: Es ermöglicht die Übung von Zusammenarbeit, Führung, Ortung, Rettung, medizinischer Versorgung, Stabsarbeit und technischer Entwicklung unter realitätsnahen Bedingungen.
Einsatznahe Bildung von Resilienz
Zehn Jahre TCRH zeigen, wie aus einer Idee des BRH eine dauerhaft nutzbare Infrastruktur für Ausbildung, Training, Forschung und Einsatzvorbereitung entstanden ist. Der Kern ist bis heute gleich geblieben. Retten und Helfen erfordert Menschen, Fähigkeiten, Technik, realistische Szenarien und eine geübte Zusammenarbeit.
Gerade in einer Sicherheitslage, die von komplexen Katastrophen, hybriden Bedrohungen, KRITIS-Risiken, Zivilschutzanforderungen und neuen Formen zivil-militärischer Zusammenarbeit geprägt ist, gewinnt diese Aufgabe weiter an Bedeutung. Das TCRH leistet dazu einen praktischen Beitrag, indem es Räume schafft, in denen Einsatzkräfte, Führungskräfte, Behörden, Organisationen, Forschungseinrichtungen und sicherheitsrelevante Partner gemeinsam lernen, üben, testen und besser werden können.
Damit ist das TCRH mehr als ein Ausbildungszentrum:
Es ist eine zivile Plattform für einsatznahe Resilienzbildung, fachdienstübergreifende Zusammenarbeit und die Vorbereitung auf Krisen- und Sicherheitslagen, die nur gemeinsam bewältigt werden können.
Siehe auch
- biologische-ortung.tcrh.de
- technische-ortung.tcrh.de
- medizin.tcrh.de
- forschung-entwicklung.tcrh.de
- asp.tcrh.de
- zivilschutz.tcrh.de
- zmz.tcrh.de
- Fachbeirat des TCRH
- bildungszeit.tcrh.de
Weitere Informationen:
- BRH Bundesverband Rettungshunde e.V.
- Stiftung Retten und Helfen des BRH
- Global Rescue & Help (GRH) des BRH
- Bevölkerungsschutz
- Katastrophenvorsorge
- Innere Sicherheit
- Äußere Sicherheit
Kontakt
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